Seit einigen Jahren taucht das Thema hier und da ehr unauffällig in den Medien auf: Durch die Versteigerungung der UMTS-Frequenzen werden seit deren Nutzung Frequenzbereiche für Daten- und Mobilfunk verwendet, die bisher für drahtlose Mikrofonsysteme professioneller Veranstaltungstechnik verwendet wurden. Folglich müßen Veranstalter, die drahtlose Mikrofonsysteme verwenden, in neue Geräte, die den neu zugeordneten Frequenzbereichen angepasst sind, investieren, was nicht nur die überstrapazierten Finanzen der Kulturveranstalter belastet, sondern technisch vergleichsweise rückschrittlich ist (geringere Reichweite, schlechtere Abgrenzung gegen Störfrequenzen usw.). Theater und andere Veranstaltungseinrichtungen sollten für diese Kosten von der Bundesregierung eigentlich entschädigt werden. Der Deutsche Bühnenverein hat letzte Woche dazu eine Pressemeldung veröffentlicht:
Entschädigungsrichtlinie der Bundesregierung wegen Frequenzumstellung völlig unzureichend
Köln, 13.10.2011
Der Deutsche Bühnenverein kritisiert mit aller Schärfe die nun verabschiedete Richtlinie der Bundesregierung, die den Theatern und anderen Veranstaltungseinrichtungen Entschädigungen für die Neuanschaffung von drahtlosen Mikrofonanlagen zubilligen sollte. Neue Anlagen sind erforderlich geworden, nachdem die Bundesregierung die Frequenzen, die bisher für drahtlose Mikrofonanlagen genutzt wurden, an die Mobilfunkindustrie mit Milliardeneinnahmen versteigert hatte. „Die Richtlinie läuft darauf hinaus, dass die Mehrheit der Theater und der anderen Veranstalter keine Entschädigung erhalten wird“, kommentierte der Direktor des Deutschen Bühnenvereins, Rolf Bolwin, die nun bekannt gewordene Regelung. Der Entschädigungsanspruch gilt nur für Anlagen, die zwischen den Jahren 2006 und 2009 angeschafft worden sind. Solche Anschaffungen hat es aber so gut wie nicht gegeben, da die erwartete Frequenzumstellung in den Theatern seit 2006 bekannt war. „Dieses wirtschaftliche Handeln der Häuser kann doch jetzt nicht zu ihren Lasten gehen“, so Bolwin.
Ein weiteres Entschädigungskriterium ist das Vorliegen einer Störungssituation. Nach wie vor ist nicht geklärt, wie die konkrete Betroffenheit nachgewiesen werden soll und wie das Antragsverfahren geregelt ist. Das ist für alle Nutzer ein unhaltbarer Zustand. „Die ganze Angelegenheit ist nichts anderes als eine politische Posse“, äußerte Bolwin. „Die Bundesregierung hat sich in keiner Weise an die gegenüber den Ländern gemachte Zusage gehalten, eine angemessene Entschädigung zu zahlen. Unter diesen Umständen sind die vom Haushaltsausschuss der Bundesregierung freigegebenen 70 Millionen Euro so gut wie gar nicht abrufbar.“ Dies zeige einmal mehr, welches Verhältnis die Bundesregierung zum Föderalismus habe.
Quelle: Deutscher Bühnenverein
China: Wo ist Ai Weiwei?
In wirtschaftlich strapazierten Zeiten werden die Einsparungen und Kürzungen in fast schon gewohnter Weise zuerst im sozialen als auch kulturellen Umfeld spürbar, obwohl es genau da am nötigsten ist, um Krisen nachhaltig zu bewältigen. Aber Not macht erfinderisch und so ist in der letzten Zeit zu beobachten, wie sich das Prinzip des Crowdfunding, der „Schwarmfinanzierung“ vorzugsweise über das Internet geradezu schon zum Startup Geschäftskult entwickelt. 
BürgerInnen machen Stadt?! Ist es die Stadt für die BürgerInnen oder die Stadt der BürgerInnen? Wer macht mit, wenn es um Gestaltung in der Stadt geht? Welche Einsatzfelder gibt es? Sollen die BürgerInnen die Lücken füllen, die der schlanke Staat hinterlässt? Ist Teilhaben durch bürgerschaftliches Engagement emanzipatorische Chance oder doch nur Instrument für den schlanken Staat? Wann und wo sind BürgerInnen „KoproduzentInnen“ staatlicher Wohlfahrt und wo gibt es Reibungspunkte, wo Konflikte? Wie können sich BürgerInnen so beteiligen, dass sie ihre Chancen mehren? Wo kann ich mich einbringen, wenn ich es möchte? Diese Fragen und Ihre Anregungen wollen wir während der zwei Tage zusammen mit Ihnen diskutieren. Auf Exkursionen erfahren wir in der Praxis, wie BürgerInnen Stadt „machen“. In Arbeitsgruppen und Engagierten-Cafés sind Sie selbst in der Hauptrolle für das Thema „BürgerInnen machen Stadt“.

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